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Fragen an Jörg
Koch:
Was ist denn das Besondere an einem Maßschuh?
Das Besondere an einem
Maßschuh ist, daß der Schuh der Form des Fußes angepaßt
wird und nicht umgekehrt.
Kann
ich mir einen Maßschuh nach meinen Wünschen selbst
zusammenstellen?
Ja, Sie können
sich zum Beispiel ein bestimmtes Leisten-
und Schaftmodell
selbst aussuchen. Ebenso die Art der Fertigung: holzgenagelt,
eingestochen und gedoppelt oder zwiegenäht. Oder Sie entscheiden
sich einfach für ein Modell der Musterkollektion im Laden.
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Was
mich schon immer interessiert hat - wie entsteht eigentlich ein
Maßschuh?
Nehmen wir
mal den eingestochenen, gedoppelten Schuh: Zuerst übertrage
ich alle Maße, die ich vom Fuß des Kunden genommen
habe, auf den Leisten.
Dazu klebe ich Kork auf und schleife ihn so lange, bis er die
entsprechende Form hat.
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Das
heißt also, der Maßleisten ist eine genaue Holzform
meiner Füße. Was ist der nächste Schritt?
Ich bereite
die einzelnen Bestandteile des Schuhs vor. Jetzt schärfe
ich Vorder- und Hinterkappe, bis sie am Rand ganz dünn sind
und später im Schuh nicht drücken. Diese Kappen versteifen
den Schuh.
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Verbirgt
sich noch mehr zwischen Oberleder und Futter?
Ja, und
zwar die sogenannten Überstämme, die ich hier zuschneide.
Sie bilden die Verbindung von Vorder- und Hinterkappe und sorgen
zusätzlich dafür, daß der Schuh sich nicht austritt.
Das gibt es nur bei
Handgemachte Schuhe !
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Sind
das alle Teile für den Schuh, oder fehlt noch etwas?
Das Wichtigste
fehlt, sozusagen das Herzstück des Schuhs - die
Brandsohle. Diese wird auf dem Leisten befestigt
und rangiert, das heißt, sie wird zum Nähen vorbereitet.
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Das
sind ja eine Menge Vorbereitungen. Wann nimmt der Schuh denn Gestalt
an?
Die Vorbereitungsarbeiten
sind sehr wichtig und müssen sorgfältig ausgeführt
werden. Jetzt kommt das Überstellen: Der Schaft
(Schuhoberteil) wird erstmalig mit acht Zwickstiften
auf dem Leisten
befestigt. Nun können Sie den Schuh schon erkennen.
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Nun
sind da aber noch viele Falten zu sehen!?
Richtig,
nach dem Überstellen wird der Schaft
gezwickt. Ich ziehe nach und nach alle Falten weg, bis der Schaft
glatt am Leisten
anliegt. Der Schaft bleibt bei mir eine Woche auf dem Leisten,
damit er seine Form bekommt und auch behält!
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Daher
also die langen Lieferzeiten?
Ja, aber
das liegt auch daran, daß alles, was ich für einen
Schuh benötige, sozusagen aus Rohmaterialien hergestellt
wird. So auch der Faden zum Nähen: der Pechdraht.
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Der
Schaft ist jetzt auf die Brandsohle geklammert. Wird der Schuh
nicht genäht?
Doch, die
Klammern werden nach und nach wieder herausgezogen, wenn ich die
Brandsohle
mit dem Schaft
und Rahmen vernähe. Genäht bzw. eingestochen wird von
Hand: dazu benötige ich pro Schuh ungefähr 80 Stiche,
als Garn verwende ich Pechdraht.
Auch das ist etwas Besonderes bei Handgemachte
Schuhe.
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Und
was kommt in die Vertiefung in der Mitte des Schuhs?
Hier hinein
kommt die Gelenkfeder. Sie bewirkt, daß sich der Schuh zwischen
Absatz und Ballen nicht durchdrückt. Die Feder wird mit Leder
abgedeckt, und vorne wird er Schuh zusätzlich mit Kork ausgeballt,
das ist gut für die Wärme, die Dämpfung und die
Elastizitiät der Sohle.
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Und
jetzt? Wird der Schuh ein zweites Mal genäht?
Ja, ich
vernähe die Zwischensohle mit dem Rahmen, das heißt,
sie wird gedoppelt. Danach kommt die Sohle drauf. Die Art der
Sohle können Sie sich, passend zur Verwendung Ihrer Schuhe,
selber aussuchen.
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Wird
der Absatz in einem Stück aufgesetzt?
Nein, der
Absatz wird aufgebaut. Dazu schneide ich mehrere
Lederstücke
in Form des Absatzes, die sogenannten Flecke, und befestige sie
auf der Sohle. Zum Schluß setze ich darauf den Oberfleck,
auf dem dann auch gelaufen wird. Anschließend werden Sohle
und Absatz in Form geschliffen.
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Nun
ist der Schuh fertig?
Ja, nun
kommt schon das Finish - der Schuh wird in Farbe gebracht und
ausgeleistet, das heißt, jetzt erst nehme ich den
Leisten aus
dem Schuh. Der Leisten wird übrigens für Sie im Lager
aufbewahrt - für das nächste Paar Schuhe. Nun noch eincremen,
polieren, Schnürsenkel rein - fertig zum Einlaufen!
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Und
wie pflege ich meine Maßschuhe?
Ziehen Sie
Ihre Schuhe immer mit einem Schuhlöffel an, wechseln Sie
Ihre Schuhe öfter, damit das Leder die aufgenommene Feuchtigkeit
wieder abgeben kann. Pflegen Sie Ihre Schuhe immer mit einem Glanzfett,
und vergessen Sie nicht: nach dem Tragen immer die hölzernen
Schuhspanner hinein! So machen Ihnen Handgemachte
Schuhe lange Jahre Freude.
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Handgemachte Schuhe
Jörg Koch
Schuhmachermeister
Friedberger Landstraße 128
60316 Frankfurt am Main
Telefon/Fax: (0 69) 4 94 09 74
E-Mail:
joerg-koch@handgemachte-schuhe.com
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